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Musik und Tanz

Schuhplattler und Zwiefacher: Wie Bayern tanzt

Der Schuhplattler ist der bekannteste Tanz des Alpenraums: Männer schlagen im Takt auf Schenkel, Knie und Schuhsohlen - ursprünglich, um zu imponieren. Sein stilles Gegenstück ist der Zwiefache, ein Tanz, der ständig zwischen Dreiviertel- und Zweivierteltakt wechselt und Uneingeweihte zuverlässig aus dem Tritt bringt.

Kurz gefasst
  • Schuhplattler: rhythmisches Schlagen (Platteln) auf Schenkel, Knie und Sohlen - historisch ein Werbetanz der Burschen.
  • Ursprung: bayerisch-tirolerischer Alpenraum; als Vereins- und Schautanz von den Trachtenvereinen seit dem 19. Jahrhundert gepflegt.
  • Klassische Form: Die Burschen platteln, die Dirndl drehen (Dreher) - heute plattln vielerorts auch Frauen.
  • Zwiefacher: Tanz mit wechselndem Takt (3/4 und 2/4) nach dem Rhythmus der Melodie - altbayerische Spezialität.

Vom Werbetanz zum Vereinsstolz

In seiner freien Urform war der Schuhplattler ein Imponiertanz: Beim Ländler löste sich der Bursch von der Partnerin und plattelte - je kunstvoller, desto besser die Wirkung. Die Trachtenvereine des 19. Jahrhunderts formten daraus einheitliche, einstudierte Plattler mit festen Figuren, die bis heute bei Heimatabenden, Festzügen und am Kocherlball zu sehen sind. Jede Region pflegt ihre Plattler - vom Haushamer bis zum Reit im Winkl - und wer genau hinsieht, erkennt Vereine an ihren Schlagfolgen wie an ihrer Tracht.

Der Zwiefache: Bayerns rhythmisches Rätsel

Der Zwiefache ist eine altbayerische Spezialität mit eingebauter Falle: Die Musik wechselt unregelmäßig zwischen Zweiviertel- und Dreivierteltakt, und das Tanzpaar muss die Wechsel aus der Melodie hören - jede Melodie hat ihr eigenes Muster, das man schlicht kennen muss. Klassiker tragen Namen wie 'Die alte Kath' oder 'Unser oide Kath'. Der Zwiefache steht als lebendige Tradition auch im Bayerischen Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes.

Quellen und Einordnung

Herkunft und Vereinsgeschichte des Schuhplattlers nach volkskundlicher Literatur zur alpenländischen Tanzforschung; Zwiefacher inkl. Kulturerbe-Eintrag nach den Angaben der bayerischen Heimatpflege. Stand 19.07.2026.

Häufige Fragen

Woher kommt der Schuhplattler?
Aus dem bayerisch-tirolerischen Alpenraum - vom freien Werbetanz zum Vereins-Schautanz.
Was ist ein Zwiefacher?
Ein Tanz mit unregelmäßig wechselndem Takt (2/4 und 3/4) - jede Melodie hat ihr eigenes Muster.
Platteln auch Frauen?
Traditionell die Burschen - heute plattln vielerorts auch Frauen- und Kindergruppen.