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Die Wiesn als Brauch: Was hinter dem Oktoberfest steckt

Das Oktoberfest begann als Hochzeitsfeier: Am 12. Oktober 1810 heiratete Kronprinz Ludwig (der spätere König Ludwig I.) Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen, und München feierte mit einem Pferderennen auf einer Wiese vor der Stadt - der heutigen Theresienwiese, benannt nach der Braut. Aus der Wiederholung wurde die Wiesn. Diese Seite erzählt das Fest als das, was es unter dem Bierdunst ist: gewachsenes Brauchtum.

Kurz gefasst
  • Ursprung: Pferderennen zur Hochzeit von Kronprinz Ludwig und Therese am 12./17. Oktober 1810.
  • Theresienwiese: benannt nach der Braut Therese von Sachsen-Hildburghausen.
  • O'zapft is: Der Anstich durch den Oberbürgermeister im Schottenhamel-Zelt eröffnet die Wiesn - Tradition seit 1950 (Thomas Wimmer).
  • Brauchtums-Kern: Einzug der Wirte, Trachten- und Schützenzug am ersten Wiesn-Sonntag, Böllerschießen, Standkonzert.

1810: Eine Hochzeit, die nie aufgehört hat

Die Feierlichkeiten von 1810 endeten mit einem Pferderennen vor den Toren der Stadt - und gefielen so gut, dass man das Rennen im Jahr darauf wiederholte, bald ergänzt um ein Landwirtschaftsfest, Buden und Karussells. Das Pferderennen verschwand, das Landwirtschaftsfest gibt es als Bayerisches Zentral-Landwirtschaftsfest bis heute alle vier Jahre auf der Wiesn. Aus dem dynastischen Anlass wurde ein bürgerliches Volksfest - und aus dem Oktober-Termin wanderte das Fest wetterbedingt größtenteils in den September.

O'zapft is: Ein junger Kult

Der berühmteste Wiesn-Moment ist erstaunlich jung: Erst seit 1950 sticht der Münchner Oberbürgermeister am ersten Samstag um zwölf Uhr im Schottenhamel-Zelt das erste Fass an - begründet von OB Thomas Wimmer, der Überlieferung nach mit reichlich Schlägen. Die Zahl der Schläge ist seither Stadtgespräch und inoffizielle OB-Leistungsbilanz. Nach dem Anstich gilt: O'zapft is - und erst dann fließt auf der Wiesn Bier.

Mythos-Check

Die Wiesn ist jünger als die Dult und älter als fast alles, was sie heute umgibt: Der Trachten- und Schützenzug am ersten Sonntag - seit dem 19. Jahrhundert gewachsen, heute mit tausenden Teilnehmern - ist die größte regelmäßige Trachtenschau der Welt und der Moment, in dem das Fest seinem Ursprung am nächsten kommt: München zeigt sich selbst.

Quellen und Einordnung

Gründungsgeschichte 1810 (Hochzeit Ludwig/Therese, Pferderennen, Benennung der Theresienwiese) nach der stadtgeschichtlichen Standardliteratur und den Angaben der Landeshauptstadt München; Anstich-Tradition seit 1950 (Wimmer) ebenda. Stand 19.07.2026.

Häufige Fragen

Warum heißt die Theresienwiese so?
Nach Therese von Sachsen-Hildburghausen - der Braut der Gründungshochzeit von 1810.
Seit wann gibt es O'zapft is?
Seit 1950 - begründet von OB Thomas Wimmer im Schottenhamel-Zelt.
Warum findet das Oktoberfest im September statt?
Wetterbedingt vorverlegt - der Großteil liegt heute im September.
Was ist der Trachten- und Schützenzug?
Der Umzug am ersten Wiesn-Sonntag - die größte regelmäßige Trachtenschau der Welt.