- Lederhose: niemals waschen - buersten, lueften, punktuell behandeln. Patina ist gewollt.
- Dirndl: Schuerze und Bluse separat; Baumwolle 30 Grad Schonwaschgang auf links, Seide/Brokat in die Reinigung.
- Loden/Walk (Janker, Joppe): lueften und buersten statt waschen, nie auf der Heizung trocknen.
- Lagerung: Formbuegel, trocken und dunkel, Naturfaser atmen lassen - keine Plastikhuellen.
Die Lederhose: Patina statt Persil
Hirschleder lebt von seinem Fett. Wäsche – ob Maschine oder Handbad – löst es heraus und hinterlässt ein hartes, brüchiges Stück. Die Trachtler-Methode: nach dem Tragen lüften, Getrocknetes ausbürsten, Flecken punktuell mit möglichst wenig Feuchtigkeit behandeln und den Rest der Zeit die Patina wachsen lassen. Der Bierfleck vom Kocherlball und der Wachs vom Maibaumkraxeln gehören zur Biografie der Hose – eine speckige Lederhose ist unter Trachtlern kein Makel, sondern ein Verdienstorden. Bei ernsten Fällen (Schimmel, Geruch) hilft die Lederreinigung des Vertrauens, nicht die Chemiekeule.
Das Dirndl: System aus drei Teilen
Dirndl, Schürze, Bluse – drei Teile, drei Behandlungen. Die Schürze immer abnehmen und separat behandeln: Seiden- und Brokatschürzen gehören in die Reinigung, sonst verlieren sie Glanz und Stand. Baumwoll-Dirndl vertragen den Schonwaschgang bei 30 Grad, auf links gedreht, im Wäschenetz, ohne Schleudern auf hoher Drehzahl. Hochwertige Dirndl mit Futter, Zierborten oder Samt sind Reinigungsware – das Pflegeetikett entscheidet, nicht die Gewohnheit. Die Bluse als das schweissnächste Teil wird am häufigsten gewaschen und ist genau dafür gemacht.
Loden, Walk und der Rest
Janker und Joppe aus Loden oder Walk wollen Luft, keine Lauge: nach dem Tragen aushängen, ausbürsten, Feuchtigkeit bei Zimmertemperatur trocknen lassen – nie auf der Heizung, sonst verzieht sich die Wolle. Der Gamsbart wird trocken gehalten und vorsichtig in Form geschüttelt, das Charivari gelegentlich mit dem Silbertuch aufgefrischt, die Haferlschuhe gewachst wie jeder gute Lederschuh.
Lagern über das Jahr
Zwischen Wiesn und Starkbierzeit lagert die Tracht am besten sauber, trocken, dunkel: das Dirndl auf dem Formbügel, die Lederhose hängend oder liegend ohne scharfen Knick, Wollsachen mit Zedernholz oder Lavendel gegen Motten. Plastikhüllen sind der häufigste Lagerfehler – Leder und Naturfaser müssen atmen, sonst kommt im September der Muff mit heraus.
Quellen und Einordnung
Pflegepraxis nach den ueblichen Empfehlungen von Trachtenvereinen, Lederhandwerk und Herstellern; im Zweifel gilt stets das Pflegeetikett des jeweiligen Stuecks bzw. der Rat der Fachreinigung. Keine Gewaehr fuer Einzelstuecke. Stand 19.07.2026.