Brauchtum MünchenLebendige Tradition
Klang

Musik und Tanz

Bevor es Lautsprecher gab, war Musik etwas, das man mit dem ganzen Körper machte.

Tanz und Musik sind im Brauchtum keine Aufführung, sondern Beteiligung. Wer zusieht, lernt die Figur und macht beim nächsten Durchgang mit. Das unterscheidet den Volkstanz vom Ballett: Es gibt keine Tribüne, weil alle auf der Fläche stehen.

Die Tänze

Der bekannteste ist der Schuhplattler, ursprünglich ein Werbetanz, bei dem die Burschen rhythmisch auf Schenkel, Sohlen und Schuhe schlagen. Der Landler gilt als ländlicher Vorläufer des Walzers. Die bayerische Besonderheit aber ist der Zwiefache: ein Tanz, der innerhalb eines Stücks zwischen Walzertakt und Drehertakt wechselt und Tänzer wie Musiker zwingt, genau hinzuhören.

Die Klangkörper

Getragen wird das Ganze von zwei Welten. Auf der einen Seite die Blasmusik, laut und gesellig, das Rückgrat jedes Festzelts. Auf der anderen Seite die leise Stubnmusi mit Zither, Hackbrett, Harfe und Gitarre, die Kammermusik des Volks. Dazu kommt das Goaßlschnoizn, das rhythmische Schnalzen mit der Peitsche, halb Lärm, halb Kunst.

Mythos-Check

Was im Fernsehen als Volksmusik läuft, ist oft volkstümliche Schlagermusik, eine Bühnenform des späten 20. Jahrhunderts. Die eigentliche Volksmusik ist meist viel stiller und findet im Wirtshaus statt, nicht im Studio.

Brauch

Der Kocherlball

Landler, Zwiefache und Münchner Française vor Sonnenaufgang am Chinesischen Turm.

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Brauch

Der Schäfflertanz

Der Zunfttanz der Fassmacher, alle sieben Jahre durch die Stadt.

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Menschen

Die Akteure

Tanzmeister, Vortänzer und Kapellen, die das Repertoire weitergeben.

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Quellen und Einordnung

  1. Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern und einschlägige Tanzliteratur zum Zwiefachen und Schuhplattler.
  2. Zur Abgrenzung von Volksmusik und volkstümlicher Musik siehe musikwissenschaftliche Standardwerke.

Stand Mai 2026. Tanzformen und Repertoire sind regional unterschiedlich.