Brauchtum MünchenLebendige Tradition
Oktoberfest · Historischer Festteil

Die Oide Wiesn

Ein Fest im Fest: abgetrennt, langsamer, leiser. Wo der große Rummel bei Bratwurst und Blasmusik zur Ruhe kommt, drehen sich Fahrgeschäfte von 1919, spielt echte Volksmusik und steht ein Museumszelt. Die Wiesn, wie sie einmal war.

Termin 202619. Sept bis 4. Okt
OrtSüden der Theresienwiese
Eintrittca. 4 Euro
Entstanden2010

Wer vom Trubel der großen Zelte genug hat, geht nach Süden. Hinter einem Zaun, gegen ein paar Euro Eintritt, liegt die Oide Wiesn: ein abgezäunter Festteil auf gut dreieinhalb Hektar, in dem sich alles eine Spur langsamer dreht. Nostalgische Fahrgeschäfte, ein Museumszelt, das Velodrom und Bierzelte mit echter Volksmusik machen aus dem größten Volksfest der Welt für ein paar Schritte wieder ein Volksfest im Wortsinn. Genau diesen Teil erzählt diese Seite.

Der belegte Kern

Die Oide Wiesn ist ein eigens abgetrennter Bereich im südlichen Teil der Theresienwiese, rund dreieinhalb Hektar groß. Sie ist der ruhigere, bewusst traditionsbetonte Gegenentwurf zur lauten Hauptwiesn. Statt Fahrgeschäften mit Höchstgeschwindigkeit und Partymusik gibt es liebevoll erhaltene Klassiker, Bierzelte mit Blasmusik und Volkssängern sowie ein Museumszelt zur Geschichte des Fests.

Anders als der Rest des Oktoberfests kostet die Oide Wiesn Eintritt, allerdings nur einen kleinen Betrag. Zuletzt waren es rund 4 Euro für Besucher ab 15 Jahren, Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre kommen frei hinein, und am Abend ab 21 Uhr ist der Zugang für alle kostenlos. Die einzelnen Fahrten kosten je einen geringen Aufpreis. Der kleine Eintritt hält den Bereich ruhiger und finanziert den Erhalt der historischen Fahrgeschäfte mit.

Herkunft: das Jubiläum von 2010

Die Oide Wiesn hat einen klaren Anfang. 2010 feierte das Oktoberfest sein 200-jähriges Bestehen. Zu diesem Jubiläum richtete die Stadt im Süden der Theresienwiese eine Historische Wiesn ein, die an das Fest vergangener Jahrzehnte erinnern sollte, mit alten Karussells, einer Pferderennbahn nach dem Vorbild von 1810 und einem Festzelt für Tradition und Volksmusik.

Der Zuspruch war so groß, dass die Stadt den Bereich behielt. Ab 2011 kehrte er in leicht veränderter Form als fester Teil des Oktoberfests wieder und bekam bald den Namen Oide Wiesn, bairisch für Alte Wiesn. Aus dem einmaligen Jubiläumsprojekt wurde eine dauerhafte Einrichtung.

Die Oide Wiesn ist der Versuch, ein Fest sich selbst erklären zu lassen: nicht durch Schilder, sondern dadurch, dass man die alten Fahrgeschäfte wieder laufen lässt.

Warum sie manches Jahr aussetzt

Die Oide Wiesn findet nicht jedes Jahr statt. Ihren Platz im Süden der Theresienwiese teilt sie sich mit dem Zentral-Landwirtschaftsfest, der zweiten historischen Wurzel des Oktoberfests, das ebenfalls bis 1811 zurückreicht. In den Jahren, in denen dieses große Landwirtschaftsfest die Fläche belegt, pausiert die Oide Wiesn. Das Landwirtschaftsfest kehrt etwa alle vier Jahre wieder, sodass die Oide Wiesn in einem festen Rhythmus einmal aussetzt. Wer sie besuchen will, prüft also vorher, ob sie im jeweiligen Jahr überhaupt aufgebaut wird.

Mythos-Check

Oft heißt es, die Oide Wiesn sei eine alte, gewachsene Tradition aus der Frühzeit des Fests. Das stimmt so nicht. Der Bereich selbst ist jung, er entstand erst 2010. Alt sind seine Fahrgeschäfte und die Idee dahinter, nicht die Einrichtung. Die Oide Wiesn ist also keine überlieferte Tradition, sondern eine bewusst gestaltete Erinnerung an eine. Wie sich solcher Kern von der Legende trennen lässt, zeigt das Thema Mythos gegen Fakt.

Die Bausteine

Was die Oide Wiesn ausmacht

Nostalgie

Historische Fahrgeschäfte

Das Herz der Oidn Wiesn sind liebevoll erhaltene Klassiker, etwa der Kettenflieger Kalb von 1919 oder die Berg- und Talbahn Fahrt ins Paradies von 1939. Dazu kommen alte Kinderkarussells, ein Holzpfosten-Scooter und Belustigungen wie die Kraftmaschine Dicke Berta. Gefahren wird gegen einen kleinen Aufpreis je Fahrt.

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Rückblick

Das Museumszelt

Ein eigenes Zelt widmet sich der Geschichte des Oktoberfests mit wechselnden Ausstellungen, historischen Objekten und einem freien Kinderprogramm. Hier lässt sich in Ruhe nachlesen und anschauen, wovon der Rest der Wiesn nur noch das Fest feiert.

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Auf zwei Rädern

Velodrom und Pferdebahn

Zu den Wahrzeichen gehört das humoristische Velodrom, eine Radrennbahn mit ungewöhnlichen Fahrrädern, auf der auch das Publikum mitfahren kann. Dazu treten nostalgische Bahnen und zeitweise eine an die Anfänge erinnernde Pferdebahn, die an das Pferderennen von 1810 anknüpft.

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Der Klang

Volksmusik in den Zelten

In den Bierzelten der Oidn Wiesn spielt echte Volksmusik: Blasmusik, Trachtenkapellen und Volkssänger statt Schlager und Partyhits. Das Festzelt Tradition und das Volkssängerzelt pflegen bewusst den ruhigeren, bairischen Ton, mit dem sich die Oide Wiesn von der Hauptwiesn abhebt.

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Für die Kleinen

Familienbereich

Die Oide Wiesn gilt als der familienfreundlichste Teil des Fests. Marionettentheater, Kinderschminken, Luftballonkunst und eine Schatzsuche über das Gelände gehören zum kostenlosen Programm, dazu ruhige Karussells eigens für die jüngsten Besucher.

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Der Takt

Nicht jedes Jahr

Die Oide Wiesn muss ihren Platz mit dem Zentral-Landwirtschaftsfest teilen. In dessen Jahren, etwa alle vier Jahre, pausiert sie. Wer sie erleben will, prüft vorher, ob sie in der laufenden Saison aufgebaut ist.

Nach ZLF-Rhythmus

Warum sie zum Brauchtum gehört

Die Oide Wiesn ist jung, und doch ist sie mehr als Kulisse. Sie hält Fahrgeschäfte, Handwerk und Musikformen am Leben, die sonst verschwunden wären, und macht die Geschichte des Fests im Wortsinn begehbar. Dass echte Volksmusik hier ihren festen Ort hat, verbindet sie mit dem, was in München seit jeher zusammengehört, dem Thema Musik und Tanz. Und wie aus dem Pferderennen von 1810 überhaupt das Oktoberfest wurde, erzählt die Geschichte der Wiesn.

Besuch und Anfahrt

Hinkommen. Die Oide Wiesn liegt am Südrand der Theresienwiese. Am besten ohne Auto: mit der U3 oder U6 bis Goetheplatz oder Poccistraße, mit der U4 oder U5 bis Theresienwiese. Von der Poccistraße ist der Südeingang am schnellsten erreicht.

Eintritt. Anders als der Rest der Wiesn kostet die Oide Wiesn einen kleinen Eintritt, zuletzt rund 4 Euro ab 15 Jahren, bis 14 Jahre frei, ab 21 Uhr für alle frei. Die genauen Preise stehen auf den offiziellen Seiten der Stadt, im Zweifel dort nachsehen.

Mit Kindern. Die Oide Wiesn ist der ruhigere und familienfreundlichere Teil des Oktoberfests. Wer mit kleinen Kindern kommt, ist hier besser aufgehoben als im Gedränge der großen Zelte.

Das ganze Fest

Das Oktoberfest

Einzug, Anstich, Trachtenzug und Standkonzert: das Brauchtum hinter dem größten Volksfest der Welt.

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Vom Rennen zum Fest

Geschichte der Wiesn

Wie aus dem Pferderennen zur Hochzeit von 1810 das Oktoberfest wurde, das die Oide Wiesn heute erinnert.

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Der Klang

Musik und Tanz

Blasmusik, Volkssänger und Trachtenkapellen: die Klangwelt, die auf der Oidn Wiesn ihren festen Ort hat.

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Quellen

  1. muenchen.de, offizielle Seiten der Landeshauptstadt München zur Oidn Wiesn, zu Eintritt, Fahrgeschäften, Museumszelt und Programm.
  2. oktoberfest.de, offizielles Wiesn-Portal, zur Geschichte seit 2010, zur Größe des Bereichs und zu den Zelten der Oidn Wiesn.
  3. München Wiki, Artikel Oide Wiesn, zu Entstehung, Namensfindung und Pausen für das Zentral-Landwirtschaftsfest.
  4. Historisches Lexikon Bayerns und muenchen.de zum Zentral-Landwirtschaftsfest als zweiter Wurzel des Oktoberfests.

Stand August 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Eintrittspreise und Programm können sich kurzfristig ändern, im Zweifel offizielle Quellen prüfen.